BEHIND THE SCENES: Warum ein Produktionsbesuch im Ausland wirklich wertvoll ist

Ob Sonderproduktion nach Kundenwunsch, Privat Label Produktion, Unternehmenskleidung oder ähnliches, wir finden die maßgeschneiderte Lösung. Im Rahmen einer individuellen Textilproduktion bleiben kaum Wünsche offen. Von der Anfrage, über die Idee, bis hin zur finalen Umsetzung begleiten wir Sie und garantieren Ihnen Transparenz, im gesamten Prozess der Textilproduktion. Aus diesem Grund ist es uns ein großes Anliegen, unseren Kunden einen Produktionsbesuch vor Ort, im Produktionsland anzubieten. Da die Beschaffungsmärkte Deutschland, Europa und Asien ganz unterschiedliche Stärken in der Textilproduktion aufweisen, ist vom Bedarf und Anforderungsprofil des Kunden abhängig, wo produziert wird.

Warum ein Produktionsbesuch im Ausland, auf dem Weg zu Ihrer eigenen Kollektion so wertvoll ist, erfahren Sie von unserem Geschäftsführer Sören Schneider. Er begleitet die Auftragsproduktionen bei uns im Haus und kennt die Reaktionen unserer Kunden.

Sören, warum ist ein Produktionsbesuch im Ausland so wichtig und sinnvoll?

Sören Schneider: Grundsätzlich müssen wir immer differenzieren, was ist die Erwartungshaltung vor dem Besuch einer Textilproduktion ist. Geht es darum, dass der Kunde im Rahmen eines internen Audits Informationen zu Lieferanten und Zulieferern einholen möchte oder sich eine Übersicht über die Infrastruktur, den Betrieb, die Zertifikate und über den Gesamteindruck verschaffen möchte.

Eine andere Zielsetzung für einen Produktionsbesuch im Ausland, kann aber auch die aktuelle Entwicklung eines sehr speziellen Produktes sein. Das macht gerade bei zeitkritischen und technisch anspruchsvollen Aufträgen Sinn – denn grundsätzlich ist es so, dass Musterteile angefertigt werden und wir diese dann vor Ort direkt sichten können. So lässt sich der Freigabeprozess verkürzen und direkte Kritiken können vor Ort mit dem Modellatelier und der Schnittmacherin besprochen und umgesetzt werden. Das erlaubt es uns binnen weniger Stunden, Schnittanpassungen und Korrekturen an Musterteilen vorzunehmen.

Ein Produktionsbesuch kann also gerade für Kunden, die mit uns ganze Textilkollektionen produzieren, viel Ruhe und Sicherheit geben.

Empfiehlt sich ein Produktionsbesuch also hauptsächlich dann, wenn bereits die Muster in Produktion sind?

Sören Schneider: Zwei Gründe können ausschlaggebend, für den Zeitpunkt eines Produktionsbesuchs im Ausland sein. Zum einen, wenn wir uns bereits in der Kollektionsentwicklung oder der Musterteilproduktion befinden – so sparen wir wertvollze Zeit, zum anderen aber auch wenn ein großer Auftrag platziert worden ist und wir dem Kunden unsere Produktionsprozesse, internen Abläufe und die Transparenz unserer Liefer- und Produktionskette näherbringen wollen. 

Wie kann man sich einen Produktionsbesuch vom Ablauf her vorstellen?

Sören Schneider: Jeder Produktionsbesuch ist natürlich inhaltlich unterschiedlich gestaltet. Wenn man jetzt aber einfach mal einen klassischen Produktionsbesuch skizzieren möchte, würde dieser auf mindestens zwei, max. aber auf vier bis fünf Tage ausgelegt werden. Das Ganze beginnt mit der gemeinsamen Anreise, sofern der Kunde das wünscht. Nach Ankunft im Zielland gibt es ein Get-together im Hotel oder Restaurant, bei welchem wir zusammensitzen und nochmal die vordefinierte Agenda sowie den aktuellen Status der Textilproduktion besprechen. Zudem werden alle Tagesordnungspunkte, welche für die einzelnen Tage vorgesehen sind besprochen. Anschließend besuchen wir unser Büro vor Ort zusammen. Kunden lernen hierbei das Atelier, die Inhaber sowie die Mitarbeiter kennen, die im Produkt- und Kreativbereich für uns arbeiten. Der nächste Step ist abhängig von dem aktuellen Produktionsstand. Sofern wir in der Musterteilproduktion sind, schauen wir uns diesen Produktionsprozess natürlich auch konkret an.

Manchmal ist es so, dass wir zwischen den einzelnen Produktionsbesuchen etwas Leerlauf haben, sodass wir diese Zeit nutzen, um mit unserem Kunden eine Färberei, einen Stoffimporteuer oder einen Accessoire-Fabrikanten zu besuchen. Was aber natürlich bei keinem Produktionsbesuch fehlen darf, ist die Erkundung der Stadt. Hierfür nehmen wir uns eigentlich immer Zeit. So besuchen wir in Istanbul beispielsweise den gedeckten Basar zusammen oder in Porto die Altstadt. Das ist ein wichtiger Punkt auf der Agenda, den wir immer versuchen wahrzunehmen, damit der Kunde auch Land,Leute und uns ein Stück weit kennenlernt.

Welche einzelnen Schritte der Textilproduktion kann der Kunde vor Ort konkret in Augenschein nehmen?

Sören Schneider: Es ist vom Timing her immer etwas schwierig einen Einblick in alle Einzelheiten zu erlangen. Grundsätzlich ist es aber durchaus möglich, jederzeit jeden Produktionsschritt beginnend bei der Stoffproduktion, bis hinten raus zur Fertigstellung des Produktes an sich, kennenzulernen und zu besichtigen. Dies ist aus zeitlichen Gründen jedoch kaum machbar, da die meisten Produktionsschritte nacheinander und Schritt für Schritt abgewickelt werden und die wenigen Aufenthaltstage im Produktionsland dafür nicht ausreichen.

Was aber für die meisten Kunden das Spannendste an einem Produktionsbesuch ist, ist im Modellatelier oder in der Näherei zu sehen, wie die eigenen Textilien entstehen und das Endprodukt zusammengenäht wird. Das ist meiner Meinung nach auch der Punkt, wo der Kunde nicht nur einen tollen Einblick in seine eigene Textilproduktion gewinnt, sondern auch konkreten Einfluss auf das Produkt im Rahmen der Musterteilproduktion nehmen und Änderungswünsche äußern kann. 

Kann ein Produktionsbesuch im Ausland aufgrund der kulturellen Unterschiede, zunächst nicht auch einschüchternd auf den Kunden wirken?

Sören Schneider: Vorranging muss man sich grundsätzlich erst einmal mit dem Menschen auseinandersetzen, der da auf der gegenüberliegenden Seite als Kunde sitzt. Wir haben ganz häufig den Fall das wir Kunden haben, denen Preis und Qualität wichtig, für welche die Produktionsprozesse und -hintergründe aber tatsächlich uninteressant sind. Sie setzten sich mit diesen Themen gar nicht auseinander. Dann gibt es aber auch Kunden die einen Produktionsbesuch wahrnehmen, da der Arbeitgeber oder sie selbst die Produktionskette kennenlernen möchten. Ich persönlich würde mich freuen, wenn mehr Kunden unser Angebot einer Produktionsbesichtigung annehmen und diese Produktionsbesuche einfordern würden, weil es genau das ist wo wir hin möchten – zu einer transparenten Lieferkette in Deutschland, als auch in Europa und Asien.

Um aber nochmal konkret auf die Frage zurückzukommen muss man definitiv festhalten, dass viele Kunden vor Ort feststellen, dass ihre Vorstellungen mit welchen Sie ins Produktionsland gereist sind, nicht der Realität entsprechen. Viele gehen davon aus, dass die Textilien in großen Fabriken produziert werden. Die Ateliers mit denen wir zusammenarbeiten sind allerdings kleine und in der Regel inhabergeführte Familienbetriebe – es handelt sich nicht um große Fabriken, wie man sie möglicherweise aus Reportagen und Dokumentationen kennt. Rein von der Ausstattung her sind die Produktionsstätten in Ländern wie der Türkei oder Portugal natürlich etwas einfacher gehalten, als das was vielleicht deutscher Industriestandard hergibt. Grundsätzlich ist es aber so, dass unsere Kunden nicht ernüchtert von ihrem Produktionsbesuch aus dem Ausland zurückkehren. Es überwiegt die positive Überraschung von den Gegebenheiten vor Ort.

Was glauben Sie, mit welchem Gefühl kehrt ein Kunde von einem Produktionsbesuch nach Hause zurück?

Sören Schneider: Mit vielen neuen Erkenntnissen über die Textilproduktion im Ausland und einem wachsenden Verständnis für die einzelnen Schritte im Rahmen einer Produktionskette. Der Kunde konnte direkt vor Ort in Augenschein nehmen, welche Prozesse notwendig sind, um die Wunschtextilien anzufertigen. Sein Verständnis für das Preisgefüge und die Lieferzeiten ändert sich nach so einer Reise zum Positiven hin. Der Kunde weiß nun was alles nötig ist, um am Ende sein ganz eigenes Produkt in den Händen halten zu können – die anschließende Wertschätzung ist jeden Aufwand wert.

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