Altkleidermarkt: Von unseriösen Sammelmethoden, illegalen Containern und gemeinnützigen Einrichtungen

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 1,1 Millionen Tonnen Textilien aussortiert und weggegeben. Das Sammelaufkommen an Altkleidern wächst seit den 90er Jahren stetig. Gründe dafür sind neben den immer häufiger werdenden Mode- und Trendwechseln die ständigen Sale-Aktionen und Niedrigpreise sowie die abnehmende Qualität der Textilien und die damit einhergehende kürzere Tragedauer von Bekleidung. Doch wohin mit den Altkleidern?

Wir alle kennen sie: Altkleidercontainer. Nahezu in jedem Ort ist mittlerweile einer zu finden. Doch nicht zu Unrecht wurden in den letzten Jahren vermehrt Stimmen laut, die die Entsorgungsstationen hinterfragt und kritisiert haben. Denn Altkleidercontainer ist nicht gleich Altkleidercontainer – dubiose Sammelmethoden gibt es zu Hauf.

Wer eine Kleidersammlung durchführen möchte, der sollte sich in erster Linie darüber Gedanken machen, wem die Bekleidungsspende zugutekommen soll. Möchte man aussortierte Kleidung an Bedürftige spenden oder einem karitativen Zweck zukommen lassen, so gibt es zwei Möglichkeiten: Auf der einen Seite gibt es Gebrauchtkaufhäuser und Kleiderkammern, auf der anderen Seite Container- und Haustürsammlungen – insbesondere Letztere sollten jedoch kritisch geprüft werden.

Vorsicht vor gemieteten Logos und erfundenen Vereinsnamen

Vielerorts stehen illegale Container von gewerblichen Sammlern, ohne die Genehmigung von zuständigen Behörden. Diese sind oftmals mit bloßem Auge für den Verbraucher nicht erkennbar. Häufig werden solche Container mit gemieteten Logos oder gar erfundenen Vereinsnamen versehen. Denselben Charakter haben Sammelbehälter, die ohne jegliche Zustimmung von Grundstückbesitzern vor die Tür gestellt werden.

Doch wohin gebe ich meine Altkleider denn nun am besten? Als wichtige Orientierungshilfe und als garantiert seriös stuft die Verbraucherzentrale Hamburg das Label FairWertung sowie das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) und das Qualitätssiegel des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) ein. Wer seine Altkleider aber direkt beim Empfänger abgeben möchte, ist bei örtlichen Kleiderkammern und bei Sozialkaufhäusern gemeinnütziger Träger richtig. Hier wird Kleidung direkt für soziale Zwecke eingesetzt und an Hilfsbedürftige weitergegeben.

Seriöse Sammelstellen fördern soziale Projekte

Aber was passiert mit Alttextilien und Überschüssen? Durchschnittlich eignen sich gerade einmal 50% aller gesammelten Textilien für den Secondhand-Gebrauch. Hinzu kommen die zahlreichen Überschüsse von Kleiderspenden, die den Bedarf vor Ort meist übersteigen. Diese Textilien gehen in der Regel an gewerbliche Textilverwerter im In- und Ausland. Und selbst, wenn durch diesen Verkauf finanzielle Mittel erwirtschaftet werden, so kommen diese Einnahmen sozialen Programmen und Projekten zugute. So wird aus der Warenspende eine Geldspende für den guten Zweck.    

Damit zukünftig aber erst gar nicht mehr so große Mengen an Altkleidern anfallen, sollte man beim Kleiderkauf auf gute Produktqualität achten, um so die Tragedauer zu erhöhen. Dies spart langfristig nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt und schafft Platz in den eigenen vier Wänden. 

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